JSG Schwarz-Gelb (A) - Landesliga Braunschweig (A-Junioren) - A-Junioren

Zuschauerbericht
2:4 Niederlage in der Hitzeschlacht am Bovender Südring
Die A-Junioren des TuSpo Weser Gimte werden in Bovenden mächtig verschaukelt und verlieren gegen die JSG Schwarz-Gelb nach über 1 Jahr erstmals wieder ein Meisterschaftsspiel. Die Gimter Trainer Ufuk Kilinc und Frank Bockfeld zeigten sich als faire Verlierer und reagierten sehr besonnen, ohne die Ihrer Mannschaft widerfahrenen Ungerechtigkeiten zu thematisieren. Kilinc äußerte sich selbstkritisch und ärgerte sich vornehmlich über die Fehler seiner eigenen Mannschaft. Von Beginn an zeigte die JSG Schwarz-Gelb mit ihrer physischen Überlegenheit ein sehr aggressives Pressing und setzte die Gimter schon tief in der eigenen Hälfte massiv unter Druck. Den trickreichen und schnellen Göttinger Antony-Daryl Mutanda-Mwadiamvita bekam man in dieser Phase nicht in den Griff. Die verletzungsbedingt ohne den etatmäßigen Innenverteidiger Jannik Drüke angetretene Tuspo-Defensive konnte sich zwar immer wieder spielerisch aus den Drucksituationen befreien, der Gast kam aber selber nicht in die gefährlichen Räume der Schwarz-Gelben. Trotzdem kam der optisch überlegene Gastgeber nicht zu wirklich klaren Tormöglichkeiten, da vornehmlich mit langen Bällen und Einzelaktionen, weniger mit spielerischen Elementen operiert wurde. So musste dann auch ein durchaus vermeidbares Eigentor für die Führung herhalten (18.). Fast ohne Gegenwehr ließen die Gimter 14 Minuten später einen Angriff über die linke Seite passieren und nahmen das 2:0 durch Julian Meyfarth hin. Zwischenzeitlich musste Gerrit Schucht nach langer Verletzungsunterbrechung mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt und ins Krankenhaus gefahren werden. Nach etwa 35 gespielten Minuten kamen die Gäste aus Gimte besser ins Spiel, befreiten sich zunehmend aus der Umklammerung und verlagerten die Aktionen in die Hälfte der Hausherren. Mit der sicherlich schönsten Kombination des gesamten Spiels gelang dann auch folgerichtig der Anschlusstreffer: Joshua König spielt zunächst den Doppelpass mit Kilian Stracke, dann mit Leon Fromm, taucht allein vor Torhüter Leon Hass auf und schiebt die Kugel ins lange Eck. Jetzt war Tuspo am Drücker - die zum Ende des 1. Durchgangs schwindenden Kräfte der Göttinger unübersehbar. Jäh unterbrochen wurde die Angriffsphase der Gäste durch den viel zu frühen Halbzeitpfiff, der bereits nach 47 ½ Minuten erfolgte, obwohl die Partie im 1. Durchgang aufgrund von Verletzungen und der längeren Trinkpause fast 10 Minuten gestoppt war. Der Schwung der letzten Minuten aus Halbzeit 1 war nach der Pause leider dahin – die Partie insgesamt ausgeglichen. Mit einem sehenswerten Fernschuss aus gut 25 Metern ins linke obere Eck zum 2:2 nährte dann Robin Blumenstein in der 60. Minute die Hoffnungen, aus Bovenden zählbares mitzunehmen. Die ohnehin schon sehr robust auftretenden Göttinger ereiferten sich nun zunehmend in Undiszipliniertheiten, kassierten (lediglich) 2 Zeitstrafen. Die Unterzahl wurde aber umgehend mit einer Zeitstrafe für den Gimter Berkay Gölceoglu nach vergleichbar harmlosen aber sicherlich gelbwürdigen Foul im Mittelfeld angeglichen. Ohnehin hatte man den Eindruck, dass die Gimter Spieler vor den immer am Rande des Erlaubten agierenden Schwarz-Gelben nicht ausreichend geschützt wurden. Als alle sich langsam auf das sicherlich gerechte Unentschieden einstellten, folgten die 2 Spiel entscheidenden Situationen. Zunächst war es ein klares Foul an Can Cetinöz, welches der Unparteiische überraschenderweise anders herum bewertete. Den zügig ausgeführten Freistoss nutzte Gzim Krasniqi aus kurzer Distanz zur 3:2 Führung (85.). Nur 3 Minuten später verwandelte derselbe Spieler einen Konter zum 4:2. Dass der Torschütze bei dieser Aktion etwa 4-5 Meter im Abseits stand, hatten außer dem Referee sicherlich alle gesehen. Auch in Durchgang 2 wurde das Spiel nach gut 47 Minuten beendet – die längere Trinkpause und auch mehrere Unterbrechungen nur ansatzweise nachgespielt. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob ein solches Match überhaupt stattfinden sollte. Ein Jugendspiel über 90 Minuten in sengender Sonne bei Außentemperaturen von 34 Grad im Schatten anzupfeifen erscheint fragwürdig. Eine Trinkpause pro Halbzeit genügt sicherlich nicht - hier wird die Gesundheit der Spieler unnötig gefährdet. Dass der Schiedsrichter dann die Partie eigenmächtig um fast 10 Minuten verkürzt, erscheint unter diesem Aspekt vielleicht sinnvoll, kann aber im Sinne eines fairen Spiels nicht die Lösung sein.
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